Erfahrungsberichte

Pharmaziepraktikum

Wir ermöglichen regelmäßig engagierten Pharmaziestudierenden ihre theoretisch erworbenen Kenntnisse aus dem Studium in die betriebliche Praxis umzusetzen und die Pharmazeutische Industrie aus erster Hand kennenzulernen.

Unser Anspruch ist es, den PharmazeutInnen im Praktikum (PhiP) während ihres 6-monatigen Einsatzes einen möglichst umfangreichen Einblick zu vermitteln. Neben spannenden Projekten und Aufgaben in den Bereichen Pharmaproduktion oder Qualitätssicherung, die eigenständig bearbeitet werden dürfen, erhält jede/r PhiP zusätzlich einen umfangreichen Ausbildungsplan, der sich bereits über Jahre bewährt hat. Hierdurch bieten wir den Pharmaziestudierenden die einmalige Chance, relevante pharmazeutische Themen mit unseren angestellten Apothekerinnen und Apothekern zu diskutieren sowie mögliche Berufsfelder in der Industrie kennenzulernen und nebenbei interessante Kontakte für ihren späteren Berufseinstieg zu sammeln.

Lesen Sie im Folgenden von den Erlebnissen und Erfahrungen, die ehemalige PharmazeutInnen im Praktikum bei Baxter Oncology am Standort in Halle/Westfalen gemacht haben:

Praktikum in der Pharmaproduktion

Johanna Weber unterstütze in der Zeit vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. April 2020 die Pharmaproduktion während ihrer zweiten Hälfte des Praktischen Jahres. Im Folgenden berichtet sie von ihren Erlebnissen.

„Nach meinem Pharmaziestudium in Braunschweig habe ich zunächst ein halbes Jahr in der Forschung und Entwicklungsabteilung eines anderen Pharmaunternehmens verbracht. Da ich schon während meines Studiums zweimal als Praktikantin bei Baxter in der Qualitätssicherung gewesen bin, wollte ich nun in meinem zweiten Halbjahr des Praktischen Jahres die Pharmaproduktion und -verpackung kennenlernen.

Ich wurde von allen herzlich empfangen und habe eine Liste mit allen Apothekern am Standort Halle erhalten, die ich im Laufe meines Praktikums kennenlernen durfte. So wurde ich über den Standort unterrichtet, aber auch über Themen, die im Studium zu kurz gekommen sind, sodass ich mein Wissen erweitern konnte und nun weiß, worauf es in der Pharmaproduktion und -verpackung insbesondere im Bereich Parenteralia ankommt. Auch über die verschiedenen Karrierewege als ApothekerIn in der Pharmaindustrie wurde berichtet. Zudem habe ich vor allem von einigen jungen frisch approbierten ApothekerInnen Hilfestellungen für das dritte Staatsexamen angeboten bekommen. Am Ende meines Praktikums kann ich so nun auf ein gutes Netzwerk zurückgreifen.

Meine Aufgaben waren sehr vielfältig, praktischer und theoretischer Natur, sodass meine Tätigkeit immer abwechslungsreich war. Ich durfte selbstständig Projekte bearbeiten und habe bei Bedarf auch abteilungsübergreifend Hilfestellungen bekommen. Ich habe zum einen die Qualifizierung für einen Barcode Verifier durchgeführt und zum anderen verschiedene Faltschachtelmaterialien mit unterschiedlichen Tintenpatronen bedruckt sowie hinterher spezielle Tests durchgeführt und ausgewertet, welche Tinte im Zuge der Serialisierung am besten geeignet und am beständigsten ist.
Jede Woche fand ein fester Austauschtermin mit meinem Vorgesetzten statt, an dem unter anderem Probleme und Lösungen besprochen werden konnten. So habe ich immer zeitnah Feedback erhalten und konnte meine Arbeit dementsprechend anpassen.

Alles in allem wird man bei Baxter Oncology als vollwertiges Mitglied des Teams behandelt und darf selbstständig an seinen Projekten arbeiten und diese zu Ende bringen. Außerdem lernt man alle anderen Abteilungen kennen und weiß dann, worauf es dort jeweils ankommt. So habe ich nun ein umfassendes Bild und eine Vorstellung davon erhalten können, welche Abteilungen nach dem 3. Staatsexamen für mich als Arbeitsplatz in Frage kommen würden.

Vielen Dank an alle, die mir geholfen und mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben! Es war eine beeindruckende, erlebnisreiche Zeit.“

Vom 1. Mai 2019 bis zum 31. Oktober 2019 absolvierte Johannes Hoffmann die zweite Hälfte seines Praktischen Jahres in unserer Pharmaproduktion. Lesen Sie hier, welche Erfahrungen er während dieser Zeit gemacht hat und welche Aufgaben er bewältigt hat:

„Ich habe in Münster Pharmazie studiert und bin durch die Vorlesungen meines Technologie Professors auf das Unternehmen Baxter Oncology gestoßen. Da mein Interesse während des Hauptstudiums besonders der pharmazeutischen Technologie galt, habe ich mich im Internet weiter über das Unternehmen informiert und schließlich eine Bewerbung losgeschickt.

Kurze Zeit später wurde ich zu einem sehr freundlichen Bewerbungsgespräch eingeladen, in welchem mir das Unternehmen vorgestellt wurde und weitere Fragen geklärt werden konnten. Telefonisch erhielt ich dann meine Zusage.

Ein Jahr später wurde ich an der Eingangspforte zu Beginn des Praktikums abgeholt. Nach einigen Wochen der Einarbeitung in der Abteilung Pharma Production Packaging Materials, kurz PPPM, unter der Leitung von Dr. Alexander Jansen, wurde mir mein eigenes Projekt zugeteilt. Als Pharmaziepraktikant wird man währenddessen als gleichberechtigter Mitarbeiter behandelt und erhält jederzeit Unterstützung, wenn man diese benötigt.

Eine meiner größten Aufgaben war die Qualifizierung eines Barcode Verifiers, bei dem ich selbstständig mit dem ausländischen Lieferanten in Kontakt trat, um das Projekt zu finalisieren.

Eine weitere Aufgabe war die Erarbeitung einer Validierten Excel-Tabelle für die Pharmaproduktion, um Konzentrationsberechnungen zu digitalisieren. Hierbei erhielt ich nicht nur einen genauen Einblick in den Herstellungsprozess, sondern konnte auch meine Excel-Kenntnisse erweitern.

Gleichzeitig erhält man als Praktikant einen Ausbildungsplan, den man während seines Praktikums durchläuft. Dieser hilft dabei, den Zusammenhang der verschiedenen Abteilungen besser zu verstehen und sein Netzwerk innerhalb des Unternehmens zu erweitern. Nach dem Praktikum hat man so einen umfassenden Überblick über alle Abteilungen sowie die Aufgaben und Anforderungen, die sich hinter den Berufen verstecken.

Zusammenfassend habe ich viel über die pharmazeutische Industrie gelernt und konnte mein Wissen in der pharmazeutischen Technologie weiter ausbauen. Durch die selbstständige Arbeit an meinen Projekten und die Betreuung durch das gesamte Team konnte ich wichtige praktische Erfahrungen für das Berufsleben sammeln.

Ich kann dieses Praktikum jedem empfehlen, der sich für die pharmazeutische Industrie und die Herstellung von Parenteralia interessiert.“

Nils Henrichs absolvierte vom 1. November 2016 bis 30. April 2017 die erste Hälfte seines Praktischen Jahres in der Pharmaproduktion. Seine Eindrücke während des halben Jahres lesen Sie hier:

„Schon während meines Hauptstudiums wurde mir klar, dass ich unbedingt eine Alternative zur öffentlichen Apotheke kennenlernen möchte. Da ich mich sehr für das Gebiet der pharmazeutischen Technologie interessiere und durch die Vorlesungen das Pharma-Unternehmen Baxter Oncology kennengelernt habe, entschied ich mich, dort eine Bewerbung für einen PJ-Platz einzusenden.

Nach der Zusage für das Praktikum habe ich ein Jahr später meine Stelle im Bereich der Pharma-Produktion angetreten. Da Baxter sehr bemüht ist, allen Mitarbeitern eine möglichst umfangreiche Vernetzung am Standort zu gewährleisten und über alle Abteilungen informiert zu sein, bekam ich einen Einarbeitungskatalog, der es mir ermöglichte, Kontakte zu knüpfen und mein Wissen durch das Know-How der unterschiedlichen Abteilungen zu erweitern.

Nach den ersten Wochen Einarbeitung wurden mir Projektaufgaben für die nächsten Monate übertragen, die ich eigenverantwortlich bearbeiten durfte. Man wird als vollwertiger Mitarbeiter behandelt, gefördert, gefordert und bekommt von allen Seiten gerne die Unterstützung, die man benötigt.

Die größte Aufgabe war die Implementierung eines neuen USP-Kapitels für die Produktionsprozesse des Standorts. Dabei konnte ich viel über die aseptische Herstellung und die regulatorischen Anforderungen lernen.

Einer meiner weiteren Schwerpunkte befassten sich mit der Validierung von Reinigungsanforderungen für Herstellungsequipment. Am wertvollsten war der Zusammenhang zwischen Praxis und Theorie für mich in diesem Bereich. So musste ich immer direkt bei der Produktion schauen, welche Szenarien denkbar wären und dies später in schriftlicher Form bewerten. Dies ermöglichte mir außerdem, durch Schreiben der Dokumente auf Englisch, einen Ausbau meiner Sprachkenntnisse, was auch der Fall bei einer Vielzahl von auf Englisch geführten Besprechungen war, denen ich beiwohnen durfte.

Als übergeordnetes Ziel möchte Baxter den Praktikanten vermitteln, welche Aufgaben und Strukturen die einzelnen Abteilungen haben, um sich einen Überblick zu verschaffen, welche möglichen Stellenausschreibungen für Apotheker geeignet sind.

Alles in allem habe ich viel über die pharmazeutische Industrie gelernt und konnte mein Wissen in der pharmazeutischen Technologie weiter ausbauen. Durch die eigenverantwortliche Arbeit und das mir dadurch entgegengebrachte Vertrauen und die Unterstützung durch meinen Mentor konnte ich wichtige Erfahrungen sammeln.

Nach diesem Praktikum habe ich mit völliger Sicherheit herausgefunden, dass mein Job später in der Pharmaindustrie sein wird und ich dieses Praktikum in jedem Fall wieder machen würde.“

Praktikum im Bereich Business Development Contract Manufacturing (BDCM)

Nora Stein unterstützte in der der Zeit vom 1. Mai bis 31. Oktober 2016 den Bereich Business Development Contract Manufacturing (BDCM). Über ihre Erfahrungen berichtet sie hier:

„Ich habe in Münster Pharmazie studiert und Baxter Oncology im Rahmen einer Exkursion im sechsten Semester kennengelernt.

Nach dem Vorstellungsgespräch hatte ich die Wahl zwischen einer Stelle mit Schwerpunkt Produktion und einer Stelle im Bereich der Lohnkundenbetreuung. Ich habe mich für den Bereich Lohnkundenbetreuung in der Abteilung Business Development Contract Manufacturing (BDCM) entschieden, da mich deren fachlich sehr anspruchsvolle Arbeit fasziniert. Diese Abteilung bildet nach dem Leitspruch „One Face to the Customer“ die Schnittstelle für Firmen, deren Produkte Baxter in Lohnherstellung fertigt.

An meinem ersten Tag habe ich einen Einarbeitungsplan erhalten, mit dessen Hilfe ich mit Baxter als Konzern, dem Standort und allen seinen Aufgaben vertraut gemacht wurde. Ich habe auf diese Weise mein Wissen über GMP-konforme Herstellung von Parenteralia, vor allem in Hinblick auf Gefriertrocknung, erweitert.

Im Labor habe ich die Theorie der Gefriertrocknung in die Praxis umgesetzt und einen eigenen Gefriertrocknungszyklus entwickelt. Das erlangte Wissen konnte ich für die Auswertung von Produktionsdaten einsetzen und die Prozesse auf diese Weise besser verstehen.

Als zweite Aufgabe habe ich die sogenannten Tour Poster des Standortes erneuert, die die Grundlage für Kundenrundgänge bilden. Somit habe ich Einblicke in die Arbeit im Bereich Marketing erhalten, den Standort auf eine neue Weise kennengelernt und mit den betreffenden Abteilungen eng zusammengearbeitet.

Neben diesen zwei Hauptaufgaben, habe ich Einblicke in verschiedene Kundenanfragen erhalten und konnte hierbei mein pharmakologisches Wissen einbringen. Um mich mit „Regulatory Affairs“ auseinanderzusetzten, habe ich intern einen Vortrag zum Thema „Zulassung von Arzneimitteln in Deutschland, der EU und der USA und Change Controls“ gehalten.

Im Bereich BDCM hatte ich die Möglichkeit an vielen Kundenbesuchen und internationalen Telefonkonferenzen teilzunehmen.  Auf diese Weise habe ich den Umgang mit Kunden erlernt, mein Englisch verbessert und konnte an einem Kunden-Audit teilnehmen.

Ich hatte sehr viel Spaß, habe viel gelernt und konnte mich weiterentwickeln. Ich kann diese Stelle jedem wärmstens ans Herz legen, der sich für die Industrie, Kommunikation und die Herstellung von Parenteralia interessiert.“

Praktikum im Bereich der Qualitätssicherung

Stephanie Jahn war in der Zeit vom 01.05.2019 bis zum 31.10.2019 als Pharmaziepraktikantin in der Qualitätssicherung tätig. Lesen Sie hier, mit welchen Aufgaben sie betraut war und was ihr am meisten während ihres Praktikums gefallen hat:

„Nach dem Abschluss des Pharmaziestudiums in Münster hatte ich die Möglichkeit, Einblicke in die Herstellung von Parenteralia zu erhalten und damit die pharmazeutische Industrie besser kennenzulernen. Bereits im Vorstellungsgespräch hatte ich die Wahl zwischen einem Praktikumsplatz in der Pharmaproduktion und der Qualitätssicherung (QS), wobei ich mich für die QS entschied.

Zu Beginn erhielt ich einen umfangreichen Einarbeitungsplan, anhand dessen ich den Standort sowie den Baxter Konzern besser kennenlernen konnte. Zusätzlich war es mir damit möglich, mit den am Standort tätigen Apothekerinnen und Apotheker ins Gespräch zu kommen und so erste Eindrücke über mögliche Arbeitsfelder von Approbierten zu erhalten.

Eine meiner Hauptaufgaben während meines Praktikums war es, Reklamationen aufzunehmen und die für die termingerechte Bearbeitung benötigen Informationen aus den verschiedensten Abteilungen zu bündeln und damit anschließend einen finalen Bericht für die jeweiligen Kunden zu generieren. Neben der Pflege der entsprechenden Datenbanken galt es etwaige Kundenanfragen schnellstmöglich zu beantworten - alles auf Englisch versteht sich. In diesem Zusammenhang durfte ich Telefonkonferenzen sowie zahlreichen Besprechungen beiwohnen und war somit vollumfänglich in das Alltagsgeschäft integriert.

Neben der Bearbeitung von Reklamationen habe ich Kundenaudits mitbetreut sowie bei Behördeninspektionen im Back-Office mitgewirkt. Im Rahmen der Audits konnte ich sowohl die internationale Atmosphäre im direkten Kundenkontakt miterleben, die Anforderungen von Behörden verfolgen als auch tiefere Einblicke in die GMP-konforme Produktion erhalten.

Zusätzlich bot sich die Möglichkeit, erlerntes Wissen aus dem Studium über die Gefriertrocknung im Labor praktisch umzusetzen und einen eigenen Gefriertrocknungszyklus zu entwickeln. Hierdurch konnte ich mein Wissen weiter vertiefen sowie analytische Methoden, die in der Uni nur theoretisch besprochen wurden, praktisch durchführen.

Ich hatte sehr viel Spaß, wurde von den Kolleginnen und Kollegen herzlich aufgenommen, habe viel gelernt und konnte mich persönlich weiterentwickeln. Man sollte sich von dem Vorurteil der Qualitätssicherung „man jongliere bloß mit langweiligen Dokumenten“ lösen, da die Arbeit sehr vielfältig und abwechslungsreich ist. Jeder, der Interesse an der Herstellung von Parenteralia hat und sich gleichzeitig ein internationales Umfeld mit regem Kundenkontakt wünscht sowie eine familiäre Atmosphäre sucht, ist in der Qualitätssicherung bei Baxter Oncology genau richtig aufgehoben.“

Vanessa Montag absolvierte in der Zeit vom 1. November bis 30. April 2017 ihr Praktisches Jahr in der Qualitätssicherung. Warum dies die richtige Entscheidung für sie war, lesen Sie hier:

„Nach meinem Pharmaziestudium in Braunschweig, wollte ich Erfahrungen in der pharmazeutischen Industrie sammeln. Durch meinen Nachbarn, der Angestellter bei Baxter Oncology in Halle ist, konnte ich in einem ersten Gespräch Eindrücke von dem Unternehmen sammeln.

Nach meinem Vorstellungsgespräch wurde mir ein Praktikumsplatz in der Qualitätssicherung angeboten, den ich angenommen habe, obwohl ich mir anfangs wenig darunter vorstellen konnte.

Eine meiner Hauptaufgaben war die Betreuung der Audits. Bei Kundenaudits stand ich mit den Kunden in direktem Kontakt. Bei Behördenaudits habe ich im Back Office die Organisation der angeforderten Experten übernommen. Ich habe mich außerhalb der Audits darüber informiert, auf welche Schwerpunkte aus Sicht eines Auditors Wert gelegt wird und eine Präsentation über die „Überwachung von Arzneimittelherstellern“ gehalten. Eine weitere Aufgabe war es, ein neues Dokumentenmanagementsystem miteinzuführen.

Neben diesen Hauptaufgaben habe ich Einblicke in die verschiedenen Abteilungen der Qualitätssicherung bekommen. In der Product Compliance Abteilung habe ich geholfen die Daten aus dem Produktlebenszyklus eines Baxter-Produkts zu sammeln. Ich durfte für die Abteilung System Compliance Dokumentencodes für das bestehende Dokumentenmanagementsystem vergeben, wodurch ich in Kontakt mit verschiedenen Abteilungen des Standorts kam.

Es hat mir große Freude bereitet die verschiedenen Prozesse der Qualitätssicherung kennen zu lernen, selbstständig zu Arbeiten und mich weiterzuentwickeln. Mir war anfangs nicht bewusst, wie vielfältig dieses Tätigkeitsfeld sein kann.“

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